Legoland (ft. Blank, Nimrod, Epilog, Ole Zett, Manuskript)

from by Prison Kit

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    Die Illustratorin Sophie Mildner hat neben dem Artwork des Albums auch eine auf 70 Stück limitierte Auflage an wunderschönen Siebdruckplakaten im A1-Format gestaltet. Diese sind in den Farben Schwarz, Magenta und als individuelle Farbverlauf-Varianten (Petrol/Schwarz/Magenta) erhältlich. Eine Übersicht über die verschiedenen Plakate gibt es hier: prisonkit.de/siebdruck-plakate-warteschleifen/ Nur solange der Vorrat reicht! Jeder Plakat-Bestellung liegt ein Download-Code der Warteschleifen EP bei.
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lyrics

Trip:

Finde den Vibe, der deinen Alltag zersetzt. Wie ätzende Säure, die deine Augen benetzt. Die Gegenwart ist blind aber nicht taub im Hier und Jetzt. Hör ich den Beat, setz mich hin und schreib meinen Text. Mit jedem Satz wächst die Kraft für den nächsten. Ein Legoland-Albtraum, Holzwege und Kettensägen. Ein Auge auf, müde Hunde, die Schafe zählen, ein Massaker aus Worthülsen, Blut, Schweiß und Tränen. Der süße Schlaf zwischen den Zähnen der Bestie. Wie die Männer im Schützengraben warten auf die Nächte. Für meinen 16er loop ich mein Gedächtnis. Die Gedanken-Karussellfahrt im Freizeitpark der Mächte. Die mich umgeben wie ein haushoher Elektrozaun. Ein Traumtrockner nach der heilsamen Gehirnwäsche. Der Trost der Zeit. Morgen wird alles besser aber heute ist das gottverdammte Morgen von gestern.

Blank:

Die Feder schwitzt ihre dicklich-faulige Brühe. Während ich wieder mal die schwarze Sonne umarme und verglühe. Sie ist ein Gott, der alles will, alles von mir verlangt. Sie singt das Sirenenlied verführerisch und elegant. So wird der vergessene Albtraum von gestern zur Last von morgen. Vom Holzdielenknarren im Geisterhaus werde ich umworben. Ganze Blätter habe ich im Ringen mit mir selbst vernichtet. Was bin ich für ein seltsamer Henker, der was tötet, das sich wieder aufrichtet. Schlafe unter den kalten Brücken meiner Synapsen. Während Schatten im Kerzenlicht mich spotten und laut flachsen. „Vor dem Runterschlucken will der Scherbenhaufen gut gekaut sein. Und du hast ein gutes Gebiss“ flüstern sie in mein Ohr hinein. Meine gesammelten Werke waren doch nur Kritzeleien. Bestimmt als Anzünder für das Fegefeuer, gib mir das Scheit. Dachte, ich bin Zeuge süßen Weltschmerzes, doch ich muss nun einräumen: Ich schreibe nur Wiegenlieder für Nächte gefüllt mit Fieberträumen.

Nimrod:

Die Zucht und die Ordnung ficken in ihrem Palast. Und ich bin der Spanner mit der Faust in der Tasche. Hinter der Hecke, hinter den Worten, hinter dem Inneren meiner Last steht ein Maultier ohne Zähne und trinkt um reinzupassen in das Geschirr auf dem reich gedeckten Tisch dieser Irren. Die den Alltag so hassen, ihn aber lieben wider Willen. Ich hab irgendwann ein Fahrrad verspeist, das in mir fährt. Und seine Zahnräder schneiden jeden Tag in die Leere. Die Schrauben sind fest und da ist Fett auf der Kette. Sie steckt in meinem Hals Chef von jedem Text. Eine Abmahnung pro Zeile kompetenter Vorgesetzter. Kaffee, Kippen und Kantinenessen. Nur sind das 16 bars Freiheit auf einen Beat wie ein Knast. Schwimme als flüchtender Mann in einer Welt aus kaltem Wasser. Und das Weiß meiner Blätter wird schwarz gemustert im Glauben ein Papierflieger zu sein, der auf dich kackt wie eine Taube.

Epilog:

Meine Worte waren von Beginn an schon da. Wenn du mich nur noch einmal fragst, was sie bedeuten, dann werden sie auch wahr. Sie fahren einfach auf ihrem Rad weiter durch Davids klugen Kopf, bis er meint, es wär seins und dann schweigt. Zeit vergeht, das wird jedem so schnell klar. In euren gleichen Leben wurde alles schon gesagt. Zeit einzusehen, jedes Handeln nur vertagt, anstatt einfach gehen: viel geschrieben, nichts gewagt. Sag, was willst du erreichen? Wir gehen nicht über Leichen, nichtmal über die eigenen. Das Schicksal: Enteignung des Geistes im Zweifel. Die wunderschönen Stifte schreiben vom Morgen, wissen das Scheitern. Lass uns nur ein bisschen verweilen, in unserem beschissenem kleinen tickendem Teilen meinen, wir hätten’s dann begriffen, wie Schein und Zersetzung im Wort-Fressflash entstehen durch vernichtende Zeilen.

Ole Zett:

Was ich schreib, beeinflusst meine Zeit. Und alles wird gespeist von Erfahrung. Wahr und so leicht, als fahre ich im Kreis. Ich glaub nicht an den Hype, was immer das auch heißt. Schreib ich nicht mehr, erscheint mir nichts fair. Es ist eine Seite her, sie war weiß und leer. Seis drum, Wein und schlechte Zeiten im Herbst haben sie in 16 Zeilen gefärbt, also scheiß drauf – Yeah. Gib mir dein ersten Stein und ich werf ihn mit verve gegen seitenverkehrte Verse, Reime und Werke. Sprich von Hype, treff den Nerv, wessen Wert, bemisst die Zeit in der ich schreib, ich schätz sie eher richtig nice ohne dass ich’s wirklich weiß.

Manuskript:

Der Pulverschnee von morgen ist auf den Herzen längst geschmolzen. Die blinden Kühe verneigen sich vor dem Schießbolzen. Gefoltert durch die Aphasie im Stellvertreterkrieg ist die ganze Discographie voll mit sinnloser Musik. Die Wahrheit ist das schwächste Glied der Assoziationskette. Eine One-Hit-Wonder auf der veralteten Kassette. Der Empfänger zuckt mit den Schultern anstatt headzubangen. Weil zwischen den Zeilen nur Kondensstreifen hängen. Ich besetze die Botschaft mit einer Schreibblockade. Die Bauern rücken vor und fallen rein auf die Rochade. Ein Zeitvertreib, der leider nicht ausreicht für eine Gage. Ich bin mega gechillt aber schreibe mich in Rage. Die Maschinen nehmen auf, was ich jetzt gerade sage. Und vom Band kommt der Applaus nach der stummen Totenklage. Ich häng lieber in den Bars, wo die Liebe noch zählt. Ich mach schluss nach 16 bars auch wenn die Pointe noch fehlt.

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from Warteschleifen EP, released January 28, 2018

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